Vital Relations präsentiert eNVIRONMENT Monitor – eine Studie zu Umweltthemen im Social Web

    ·      Über 600.000 relevante Beiträge zu Umweltthemen in deutschsprachigen sozialen Netzwerken innerhalb eines Jahres

    ·      Twitter mit Abstand am meisten genutzte Anwendung zur Verbreitung von Umwelt- und Nachhaltigkeitsinhalten

    ·      Aufgeklärte Verbraucher setzen sich im Web kritisch mit Aspekten des Umweltschutzes auseinander

    ·       Erneuerbare Energien mit höchstem Diskussionsvolumen

    ·       Dialogkommunikation ist essenziell für den Aufbau von Verbraucherakzeptanz zu umweltschonenden Technologien und Produkten  

      November 2013 – Die Vital Relations und die azionare GmbH haben in einer gemeinsamen Studie beleuchtet, wie Umweltthemen und -trends in sozialen Netzwerken wahrgenommen und besprochen werden. Das Ergebnis: Über 600.000 relevante Beiträge in 2.766 deutschsprachigen sozialen Netzwerken innerhalb eines Jahres zeugen von großem Interesse für Umweltthemen und dem Drang der Nutzer, sich aktiv an Diskussionen zu beteiligen – auch aus dem Gefühl heraus, auf diese Weise einen Beitrag zum Umweltschutz leisten zu können.

      Twitter ist Top-Netzwerk bei Umweltthemen
      Mit nahezu 400.000 relevanten Beiträgen haben Blogs und Foren von allen Netzwerkkategorien den Löwenanteil an Umweltdiskussionen im Social Web. Allerdings verteilen sich diese auf ebenso zahlreiche wie vielfältige Plattformen. Absolutes Top-Netzwerk mit 131.779 Beiträgen und somit wichtigste Anwendung für die Verbreitung von Inhalten zu Umweltthemen ist der Mikroblog Twitter, gefolgt von Facebook mit 52.592 Beiträgen. In Blogs und Foren setzen sich interessierte Nutzer größtenteils mit spezifischen Umweltthemen auseinander: Fragen aktiv nach Lösungen, geben Ratschläge oder teilen ihr Wissen. Auf Twitter und Facebook dagegen werden umweltrelevante Themen von einer breiten Nutzerschar primär in einem tagesaktuellen oder alltagsnahen Kontext diskutiert und weiterverbreitet.

      Zielkonflikte mit ökonomischen und sozialen Herausforderungen
      Im Rahmen der Metathemen Umwelt und Nachhaltigkeit beschäftigt sich die Studie insbesondere mit den Teilbereichen Erneuerbare Energien, Mobilität, Abfall-/Kreislaufwirtschaft und Umwelthygiene. Dabei fällt auf: Im Fokus der untersuchten Beiträge stehen vor allem Themenaspekte, die eine breite Wahrnehmung in der Öffentlichkeit erfahren und meist auch eine wirtschaftliche Bedeutung für die Nutzer haben, z. B. energieeffizientes Bauen, alternative Energien und Antriebsformen sowie Subventionen und Regularien. Obwohl Umweltschutz bei vielen Deutschen weit oben auf der Agenda steht, scheint den Nutzern die Umsetzung im Alltag nicht immer leicht zu fallen. Zielkonflikte mit ökonomischen und sozialen Herausforderungen führen zu einer Abweichung zwischen dem gesellschaftlich gewünschten und dem tatsächlich gelebten Konsumverhalten. Insbesondere dann, wenn sie spürbare Auswirkungen auf die persönliche Haushaltsorganisation oder Lebensführung haben.

      Erneuerbare Energien mit höchstem Diskussionsvolumen
      Vor diesem Hintergrund ist es wenig überraschend, dass das Thema Erneuerbare Energien/Energiewende mit über 200.000 nutzergenerierten Beiträgen das mit Abstand höchste Diskussionsvolumen der analysierten Themenbereiche erzielt. Insgesamt stehen die Nutzer der Energiewende kritisch gegenüber und zweifeln daran, dass diese wirklich gelingt. Sie sehen in erster Linie die Politik gefordert, Rahmenbedingungen für eine nachhaltige, wettbewerbsfähige und sozialverträgliche Energieversorgung zu schaffen.

      Bei der Elektromobilität klafft weiterhin eine große Lücke zwischen positiver Einstellung der Nutzer und tatsächlicher Kaufbereitschaft von Stromern & Co. Bei Auswertung der Beiträge zeigt sich, dass viele Verbraucher insbesondere im Hinblick auf technologische Faktoren wie Reichweite, Lebensdauer, Lademöglichkeiten oder auch Alltagstauglichkeit im Allgemeinen weiterhin große Unsicherheit verspüren.

      Das Thema Abfall-/Kreislaufwirtschaft wird von den Nutzern durchaus kritisch gesehen. Hauptgegenstand der Online-Diskussionen: Sinn und Unsinn der bereits 2006 eingeführten und immer noch umstrittenen Pfandregelung. Aber auch zweifelhafte Praktiken und Verwicklungen in Gift- oder Umweltskandale von Industrie- oder Entsorgungsunternehmen werden ausführlich diskutiert.

      Bei näherer Betrachtung des Themenbereichs Umwelthygiene wird deutlich, dass hier – wie bei Gesundheitsthemen allgemein – weniger das kollektive, sondern primär das individuelle Wohl der Menschen im Mittelpunkt steht. Neben vieldiskutierten Umweltbelastungen, wie u. a.  Feinstaub, Elektrosmog oder Schadstoffe, findet sich vor allem das seit den 1980er Jahren vermehrt festgestellte Beschwerdebild der multiplen Chemikalienüberempfindlichkeit (abgekürzt MCS vom Englischen Multiple Chemical Sensitivity) häufig wieder. Betroffene erfahren in ihrem privaten Umfeld oder in der Öffentlichkeit oftmals wenig Akzeptanz. Ähnlich einer virtuellen Selbsthilfegruppe bieten spezifische Online-Plattformen eine gern genutzte Möglichkeit, sich mit Leidensgenossen auszutauschen.

      Dialogkommunikation essenziell für Aufbau von Verbraucherakzeptanz
      Der eNVIRONMENT Monitor bestätigt: Wir sind zweifellos auf dem Weg in eine nachhaltigere Gesellschaft. Das Umweltbewusstsein ist in weiten Teilen vorhanden. Jedoch klafft noch eine deutliche Lücke zwischen Anspruch und gelebtem Verhalten. Umfangreiche Veränderungen sind erforderlich: nicht nur im Denken, sondern auch im Handeln. „Um die Verbraucherakzeptanz für umweltschonende Technologien und Produkte zu fördern, gilt es, deren Nutzen ebenso wie eventuelle Verwendungsbarrieren allgemeinverständlich und transparent darzustellen“, sagt Ingo Theissen, Mitglied der Geschäftsleitung der Vital Relations.

      Dafür braucht es eine glaubwürdige, offene und beteiligungsorientierte Kommunikation mit allen gesellschaftlichen Interessengruppen. Neue Formen des Dialogs, wie die proaktive Teilnahme an sozialen Netzwerken, müssen in den Kommunikationsmix aufgenommen werden. „Doch das ist kein Selbstläufer. Neben dem richtigen Zeitpunkt und der Form der Kommunikation müssen nicht zuletzt die Botschaften und Argumente genau geplant und auf ihre Verständlichkeit hin überprüft werden. Ohne verbraucherorientierte, zeitgenaue und spezifische Kommunikation wird technologische Innovation nur schwerlich funktionieren“, so Theissen weiter.

      Kontakt
      Ingo Theissen
      Tel. +49 211 51 60 45-510
      E-Mail: ingo.theissen@vital-relations.de